Die Geschichte der Rhauder Mühle

1850 beantragte Wilken Gerhard Pooker die Konzession, die alte Rhauder Bockwindmühle, die schon 1709 als Roggen-, 1715 als Pelde- und Grützmühle urkundlich erwähnt wird, in einen zweistöckigen Galerieholländer (Getreidemühle mit Ölschlag), umzuwandeln.

1852 konnte er die Mühle errichten. Die Bockwindmühle wurde abgebrochen.

1854 begann der Betrieb des Ölschlags; er arbeitete bis 1887.

Pooker wanderte 1871 nach Amerika aus und verkaufte die Mühle an den Müller Meiners aus Stickhausen.

Dieser verkaufte sie 1916 an Bernhard Meinders aus Filsum, der sie schon seit 1904 gepachtet hatte. 1926 baute dieser zum Sekundärbetrieb einen E-Motor, 1930 einen Rohölmotor ein.

Die Mühle blieb im Familienbesitz bis 1990, der Windbetrieb wurde allerdings schon 1952 stillgelegt, der Achtkant abgebrochen, die Müllerei mit dem E-Motor fortgeführt und zusätzlich ein Landhandel eröffnet.

1972 wurde der Mahlbetrieb endgültig eingestellt. 1991 gründete sich der Mühlenverein „Möhlenkring Rhaude/Holte“ und die Gemeinde Rhauderfehn kaufte den Mühlenunterbau zwecks Wiederaufbaus der Mühle.

Die Mitglieder des Möhlenkrings errichteten von 1992 bis 1998 unter Leitung des Ihrhover Mühlenbauers Richard Kluin und mit Unterstützung des Zimmermeisters Heinz Bunjes die Rhauder Mühle in etlichen tausend Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

In Jahresschritten wurden die Galerie und  Mühlenachtkant neu gebaut, die Mühlenachse beschafft, die Mühlenkappe mit Umgang und Windrose angefertigt und die Jalousieflügel montiert. Die Mühle verfügt heute über einen Peldegang zur Herstellung von Graupen, einen Schrotgang und einen Mahlgang.

Das gehende Werk ist vollständig funktionsfähig. Ein Backhaus wurde errichtet und es wird eine Göpelanlage (Rossmühle) betrieben.

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